Einführung
Jeder Mensch hat den gleichen Anspruch auf Freiheit und gleiche Lebenschancen - eine Jahrhunderte alte Forderung und elementares Verfassungsgebot demokratischer Staaten. Gerechtigkeit, Fairness und Solidarität halten die Gesellschaft zusammen.
Doch Gerechtigkeit ist keine objektiv messbare Größe. Was gerecht oder ungerecht ist, wird subjektiv und von den angelegten Maßstäben entschieden. Misst sich Gerechtigkeit nach der erbrachten Leistung, dem Bedarf, der Verteilung der Güter? So klingen beispielsweise versprochene Steuerentlastungen zunächst verlockend - aber sind sie mit Blick auf die gesamte Gesellschaft „sozial gerecht"? Viele Menschen profitieren davon nicht; andere bekommen überhaupt keine Chance. Der Abstand zwischen Arm und Reich wächst - auch in Deutschland. Das ist verheerend für das gesellschaftliche Gleichgewicht, für die Wirtschaft und für das Land.
Soziale Gerechtigkeit ist kein Selbstzweck. Vielmehr ist sie notwendige Voraussetzung für das heutige Funktionieren und die Zukunft der Gesellschaft. Hauptanliegen sozialstaatlichen Handelns muss es sein, gute und gleichwertige Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft und nach eigenen Vorstellungen gestalten können. Dies gilt für Bildungschancen, für die Gleichberechtigung von Frau und Mann, für Arbeit und gerechtes Einkommen, für den Schutz vor den großen Lebensrisiken, für die Teilhabe an öffentlichen Gütern. Nicht völlige Gleichheit ist das Ziel, sondern die angemessene, leistungsgerechte Teilhabe.
Brandenburg will mit einer Familien-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, in der ein Rad ins andere greift, vorsorgen. Eine Sozialpolitik, die präventiv wirkt, Daseinsvorsorge betreibt, rechtzeitig in Bildung, Gesundheit, Beschäftigung der Menschen und in die soziale Infrastruktur investiert. Eine Sozialpolitik, die eben nicht erst agiert, wenn soziale Notlagen entstanden sind; jedoch auch in Zukunft den Bedürftigen bei Wechselfällen des Lebens und in Notlagen zur Seite steht.
Soziale Gerechtigkeit, Zusammenhalt und Solidarität bedingen sich gegenseitig. Für das Gelingen einer solidarischen Gesellschaft tragen wir alle in unterschiedlicher Weise Verantwortung. Dieser Internetauftritt des MASF will mit seinen Beiträgen aus Wissenschaft, Politik und Praxis den Focus darauf richten, wie dieses Anliegen im Land umgesetzt wird und weiter gestärkt werden kann. Wir hoffen, Ihnen damit interessante Anregungen und praktische Handlungsansätze zu geben.



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