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04.03.2010Frauenwoche 4. bis 14. März: Mehr als 300 Veranstaltungen für Frauen | 034/2010

Frauen als Unternehmerinnen und die Solidarität zwischen Frauen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Frauenwoche mit landesweit mehr als 300 Veranstaltungen vom 4. bis 14. März. Frauen- und Sozialminister Günter Baaske, der das Programm heute mit Bettina Panser, Geschäftsführerin des Frauenpolitischen Rats, und der Landesgleichstellungsbeauftragten, Dr. Friederike Haase, auf einer Pressekonferenz vorstellte: "Seit 1991 ist es Brandenburgs 20. Frauenwoche – mit Rekordbeteiligung. Im Jubiläumsjahr stehen vor allem Zukunftsthemen im Mittelpunkt: Mehr Frauen in Führungspositionen, bessere Bezahlung für Frauen, Unterstützung von Alleinerziehenden und die wirkliche Gleichstellung von Frauen."

Die Woche biete jedoch auch, so Bettina Panser, "viel Kultur, Unterhaltung und Humor." Die Frauenwoche wurde 1991 von der damaligen Sozialministerin Regine Hildebrandt in’s Leben gerufen. Koordiniert wird die Veranstaltungswoche vom Frauenpolitischen Rat des Landes Brandenburg. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Wir unternehmen was – weiblich wirtschaften und solidarisch handeln".

Staatssekretär Wolfgang Schroeder, Dr. Friederike Haase und Ulrike Häfner, 1. Sprecherin des Frauenpolitischen  Rats, werden die Frauenwoche am morgigen Freitag in Cottbus offiziell eröffnen. Baaske und Haase nehmen im Laufe der Woche landesweit an zahlreichen Veranstaltungen teil.

Diese  bundesweit einmalige Aktionswoche bietet unter anderem Diskussionen und Veranstaltungen zur Gleichstellung von Frauen und Männern, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mit Ideen für Frauen als Unternehmerinnen, zur Unterstützung für Alleinerziehende, gegen Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder, Kulturveranstaltungen, eine Bundeskonferenz von Polizistinnen und ein Frauenfußballturnier. Das Frauen- und Sozialministerium unterstützt die Frauenwoche dabei mit 40.000 Euro aus Lottomitteln.

Panser: "Großer Dank gilt den vielen lokalen und regionalen Initiativen mit hunderten ehrenamtlichen Helferinnen für das umfangreiche Programm, insbesondere den regionalen Gleichstellungsbeauftragten – und Männer unterstützen uns tatkräftig." 

Panser: "Inhaltlich ist die Frauenwoche mit dem Motto des diesjährigen Europäischen Jahres ´Zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung` und den Auswirkungen der Finanzkrise verbunden, da Frauen von finanzieller Not in der Regel stärker betroffen sind als Männer. Das gilt insbesondere für Alleinerziehende, da etwa 46 Prozent von ihnen in Brandenburg Hartz-IV beziehen müssen - als Arbeitslose oder ergänzend zum Minilohn als ´Aufstockerinnen`."

Auch deshalb sei "dringend ein allgemeiner Mindestlohn notwendig", so Baaske. Mit dem geplanten Vergabe- und Mindestlohngesetz des Landes werde dafür "ein wichtiger Beitrag geleistet." Die Abwanderung junger Frauen – zumeist besser ausgebildet als Männer - sei angesichts des großen Fachkräftebedarfs "fatal". Deshalb müssten im Rahmen der Fachkräftesicherung "die Potenziale der Frauen genutzt werden."

Der ´Zukunftstag für Mädchen und Jungen` am 22. April werde, so Baaske, dazu beitragen, "dass Mädchen ihre Chancen auch außerhalb traditioneller "Frauenberufe" erkennen können. Sie können an diesem Tag "atypische" Berufsbilder kennenlernen. Das gilt auch für Jungen. Auf dem Weg dorthin – beispielsweise als Mechatronikerin und Altenpfleger – ist manchmal Biss und Durchsetzungsvermögen notwendig. Wir müssen jedoch auch die Unternehmen dafür gewinnen, tradierte Zuschreibung an die Mädchen und Jungen zu überwinden, damit beide Geschlechtern breitere Wahlmöglichkeiten haben."

Die Forderung nach Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen ist Bestandteil des in Arbeit befindlichen Frauen- und Gleichstellungspolitischen Handlungsprogramms mit Maßnahmenpaket, das bis Anfang 2011 vorliegen soll. Haase: "Unser Ziel ist der Abbau von struktureller Diskriminierung und die Sicherung von Chancengleichheit." Das Programm und die Maßnahmen sollen im Dialog mit vielen Beteiligten entwickelt werden, darunter Frauenverbänden, Unternehmen, Kommunen, Kammern und Gewerkschaften.

Bei der Bezahlung gehe es weniger um gleiches Geld für gleiche Arbeit, da dies weitgehend gesichert sei, sondern darum, "dass Frauen eher im Niedriglohnsektor und in Teilzeit arbeiten mit negativen Folgen für die spätere Rente. Frauen übernehmen soziale Aufgaben wie Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen", so Haase. Durch die quantitativ sehr gute Kitaausstattung und den Aufbau einer guten Pflegeinfrastruktur stehe Brandenburg dabei jedoch besser da "als viele andere Bundesländer".

An die eigene Landesregierung gerichtet fordert er, "Führungspositionen, darunter auch in Aufsichtsräten, stärker mit Frauen zu besetzen; das könnte manchmal hilfreich sein - auch für die Männer". Im Jahr 2008 waren nach dem Gleichstellungsbericht vom Oktober 2009 nur 17,4 Prozent der Aufsichtsgremien von Unternehmen mit Landesbeteiligung mit Frauen besetzt (31 von 178 Sitzen).

Hinweis: Das Gesamtprogramm unter: frauenrat-brandenburg.de/

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