18.02.2010Neuer INNOPUNKT-Ideenwettbewerb: „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege muss Normalfall werden“ | 25/2010
Mehr als 20.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger pflegen Familienangehörige – und sind zugleich berufstätig. Arbeits- und Familienminister Günter Baaske: „Das kann eine erhebliche Belastung sein. Wir brauchen Lösungen, die Beruf und Pflege zugleich ermöglichen, denn viele Menschen wollen ihre Angehörigen zu Hause pflegen.“ Eine neue INNOPUNKT-Kampagne, deren Ausschreibung heute veröffentlicht wurde, soll Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege entwickeln und Arbeitgeber zu praktikablen Lösungen anregen.
Der Landtag hatte bereits im Januar einen Beschluss gefasst, damit Initiativen zur Verbesserung von Beruf und Pflege ergriffen werden. Baaske: „Notwendig sind alltagstaugliche Ideen, die pflegende Angehörige entlasten und für Unternehmen machbar sind – wie etwa ein angepasstes Arbeitszeitreglement.“ Solche Wege auszuloten und Modelle zu erproben, ist Anliegen des Wettbewerbs. Für die siegreichen Projekte stehen in den nächsten drei Jahren 2,5 Mio Euro aus ESF- und Landesmitteln zur Verfügung.
Brandenburg ist in dieser Frage doppelt heraus gefordert: Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt, zugleich brechen typische Familienstrukturen weg. Junge Leute fehlen nicht nur als Fachkräfte, sondern auch als Stütze für ihre älter werdenden Eltern. „Wir brauchen gute Ausbildung, guten Lohn und ein gesellschaftliches Klima, das neben dem Beruf auch Pflegeverantwortung akzeptiert“, meint Baaske. Dies müsse ergänzt werden mit einer gut entwickelten Pflege-Infrastruktur, breit vernetzten Angeboten und familienunterstützenden Maßnahmen. Dazu gehört das landesweite Netz an Pflegestützpunkten.
Durch die Pflegekassen erhalten die Familien finanzielle Unterstützung für die Pflege zu Hause. Durch die Reform der Pflegeversicherung habe sich einiges verbessert, so durch die sechsmonatige Pflegezeit oder den zehntägigen Freistellungsanspruch. Baaske: „Beides ist leider unbezahlt – aber immerhin eine Verbesserung.“ Baaske appelliert an die Männergesellschaft: „Frauen sind viel stärker in der Pflege engagiert; sie müssen unterstützt werden. Nach der Kinderzeit übernehmen sie häufig Pflegeaufgaben, stecken im Beruf und beim Einkommen zurück.“
Die Wettbewerbsausschreibung ist unter http://wettbewerb.innopunkt.de abrufbar. Konzepte zur Teilnahme bitte bis 30. April 2010 auf elektronischem Weg bei der LASA Brandenburg GmbH einreichen (www.lasa-brandenburg.de). Ansprechpartner ist dort Sigrid Huschke (Tel. 0331 6002-200.)



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