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02.02.2010Gesundheitliche Situation von Zugewanderten muss verbessert werden | 015/2010

Die Gesundheitsversorgung von Migrantinnen und Migranten muss verbessert werden. Das forderten heute Sozialminister Günter Baaske und Gesundheitsministerin Anita Tack anlässlich der Veröffentlichung der Broschüre "Gesundheit für alle". Baaske: "Migration erhöht die Gefahr zu erkranken. Integration heißt auch, dass die Menschen aus anderen Ländern von der Gesundheitsversorgung nicht ausgeschlossen werden dürfen. Auch sie müssen gesundheitlich gut versorgt werden." Tack: "Ärztliche Versorgung darf keine Grenzen vor nationaler Herkunft kennen. Wir müssen für Zugewanderte den Zugang zu ärztlicher Versorgung verbessern." Beide sehen auch im Erlernen der deutschen Sprache eine wichtige Voraussetzung für eine verbesserte Gesundheitsversorgung.

Die Publikation "Gesundheit für alle" beschreibt auf 60 Seiten detailliert die gesundheitliche Situation von Migrantinnen und Migranten. Karin Weiss, Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg: "Die Daten wurden in mühevoller Kleinarbeit vor allem von Menschen zusammengetragen, die sich ehrenamtlich für Migrantinnen und Migranten einsetzen. Ihnen ist besonders zu danken."

Im Mittelpunkt der Broschüre stehen die gesundheitliche Situation, die Rechtsgrundlagen der Krankenversicherung der verschiedenen Gruppen von Zugewanderten, der gleichberechtigte Zugang zu den Leistungsangeboten des Gesundheitswesens und die Nutzung von Präventionsmöglichkeiten.

Da die Gesundheitsberichterstattung noch keine Daten gesondert für Menschen mit Migrationshintergrund erfasst, wurden die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen von Kindern und einer detaillierten Befragung von rund 350 Zugewanderten analysiert. Dabei wurden Zugewanderte aus allen wichtigsten Herkunftsgruppen befragt: Dauerhaft in Brandenburg Lebende aus Vietnam, Russland, Polen oder anderen Staaten, sowie Flüchtlinge und Asylbewerber. Weiss: "Damit liegen erstmals vergleichende Angaben von allen Zuwanderungsgruppen vor, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit und ihrem Aufenthaltsstatus." Bis auf die Flüchtlinge, deren gesundheitliche Versorgung im Asylbewerberleistungsgesetz geregelt ist, gelten die allgemeinen krankenversicherungsrechtlichen Grundlagen für alle hier lebenden Ausländerinnen und Ausländer mit Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis.

Während mehr als 80 Prozent der Befragten ihren Gesundheitszustand insgesamt als gut oder zufrieden stellend beurteilen, zeigten sich in Abhängigkeit von Aufenthaltsstatus, Bildungsabschlüssen und Einschätzung der Deutschkenntnisse deutliche Unterschiede in den Antworten. Die soziale Lage -- besonders spürbar bei Flüchtlingen und Menschen ohne Bleibeperspektive in Deutschland -- wirkt sich am gravierendsten auf die gesundheitliche Situation aus. Sie hat auch Einfluss auf die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen sowie die Häufigkeit des Besuchs von Einrichtungen des Gesundheitswesens. Weiss: "Entscheidend ist die soziale Lage, in der die Betroffenen hier leben. Bleibeberechtigte Zugewanderte mit akademischem Abschluss und Job geht es gesundheitlich deutlich besser als Asylbewerbern".

Daneben stellt die Publikation eine Auswahl erfolgreicher Projekte und Aktivitäten von Organisationen und Vereinen vor, die sich für die Verbesserung der Beteiligungsmöglichkeiten von Migrantinnen und Migranten einsetzen. Diese Projekte beraten und unterstützen auch Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Altenpflege im Prozess der interkulturellen Öffnung.

Hinweis: Der Bericht kann bei der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg (Mail: integrationsbeauftragte@masf.brandenburg.de) angefordert werden und steht auf der Webseite www.integrationsbeauftragte.brandenburg.de zum Download zur Verfügung.

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