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Bürgerschaftliches Engagement und Verantwortung

Sozialer Zusammenhalt kann nicht allein durch staatliche Interventionen und Leistungen erreicht werden. Die Lebensqualität einer Gesellschaft ergibt sich vor allem auch aus ihrer Fähigkeit, den sozialen und moralischen Zusammenhalt durch Bürgersinn, Gemeinwohlorientierung und bürgerschaftliches, soziales Engagement jenseits von Markt und Staat zu sichern. Zusammenhalt und Solidarität bauen auf einem Netz privater Beziehungen, dem Engagement in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft und im Gemeinwesen auf.

Freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeiten sind für den sozialen Zusammenhalt unverzichtbar. Es kommt daher darauf an, Menschen zu motivieren und zu befähigen, Verantwortung für sich und das Gemeinwohl zu übernehmen. Dazu gehört auch, soziale Aufgaben auf freiwilliger Basis zu erfüllen. Brandenburgerinnen und Brandenburger sind hier besonders engagiert: 2004 waren in Brandenburg 33 Prozent der über 14-Jährigen freiwillig engagiert; in keinem anderen ostdeutschen Bundesland betätigen sich so viele ehrenamtlich.

Das Land Brandenburg hat als erstes ostdeutsches Bundesland im Jahr 2005 eine Sammelversicherung für freiwillig Engagierte abgeschlossen. Damit genießen alle Ehrenamtlichen automatisch Haftpflicht- und Unfallversicherungsschutz, sofern sie nicht oder nicht ausreichend über Vereine oder anderweitig versichert sind.

Machen Sie mit! Suchen Sie eine Initiative, an der Sie sich beteiligen können?
Wollen Sie Ihre Aktivitäten einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen?!
Dann nutzen Sie die Datenbank der Staatskanzlei.

Wenn Sie darüber hinaus gehende Fragen haben, können Sie sich wenden an
Frau Ulrike Amann
BBJ Consult AG, Niederlassung Deutschland
August-Bebel-Straße 68
14482 Potsdam
Fon: +49 331 721-2940
Fax: +49 331 721-2931
E-Mail: amann@bbj.de oder
E-Mail: potsdam@bbj.de
Internet: www.bbj.info

Beispiele in Brandenburg

Bürgerschaftliches Engagement in Brandenburg
Umfangreiche Internetseite der Staatskanzlei mit zahlreichen Informationen über ehrenamtliche Tätigkeit im Land Brandenburg, einer Datenbank mit ehrenamtlich tätigen Privatpersonen und Vereinen, Ansprechpartnern in der Koordinierungsstelle und Hinweise auf Ehrungen, Termine und Veranstaltungen.

Lokale Netzwerke Gesunde Kinder
Die Lokalen Netzwerke sind ein flächendeckendes Angebot des Landes Brandenburg. Die geschulten, ehrenamtlich tätigen Paten unterstützen Familien bei alltäglichen Problemen und Fragen rund um das Kind und vermitteln Ansprechpartner bei den zuständigen Behörden wie Gesundheits-, Jugend- oder Sozialämtern. Darüber hinaus sind Kinderkliniken, Ärzte und Hebammen in die Arbeit des Netzwerkes integriert.

Lokale Bündnisse für Familien – "Familienpaten" in Cottbus
Zur demografischen Stabilisierung des Stadtteils gründeten Einrichtungen, Bürgerinitiativen, Fachämter und freie Träger  gemeinsam ein stadtteiloffenes, maßnahmeorientiertes, basisdemokratisch organisiertes Bündnis. Dieses bietet unter anderem niederschwellige Angebote für einkommensschwache/ kinderreiche Familien oder Alleinerziehende – u.a. Nachbarschaftshilfe durch "Familienpaten", Aufbau einer mobilen Essenversorgung, Selbsthilfegruppe "Single-Eltern".

"Später beginnt jetzt. Pflegeinitiative Brandenburg"
Die Pflegeinitiative wurde vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie (MASGF) ins Leben gerufen und wird für einen Projektzeitraum von Juni 2007 bis November 2008 durch das MASGF gefördert. Die Initiative soll die gesellschaftliche Verantwortung für Pflege und Betreuung stärken, die Aus-, Weiter- und Fortbildung in der Pflege und die Qualität von Pflege und Betreuung sichern.

Landesstiftung "Familie in Not"
Die Gelder der 1992 vom Land Brandenburg gegründeten Stiftung sollen Familien dabei helfen, eine aktuelle Notlage – ausgelöst durch Arbeitslosigkeit, drohende Obdachlosigkeit oder der Unfall oder Tod eines Familienangehörigen – zu beseitigen, wenn gesetzliche Ansprüche auf staatliche Leistungen nicht ausreichen.

Freiwilliges soziales, ökologisches oder kulturelles Jahr
Das Freiwillige Soziale und Ökologische Jahr hat in Brandenburg immer größeren Zulauf. 30.000 junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren beweisen hier bürgerschaftliches Engagement. Das Land Brandenburg fördert aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds darüber hinaus zusätzlich den Einsatz von Jugendlichen in den Bereich Kunst und Kultur, das "Freiwillige Kulturelle Jahr".
www.mluv.brandenburg.de/cms/detail.php/98302 bzw.
www.lkj-berlin.de/fsj-kultur.html

Familie als wesentliche Stütze für Zusammenhalt
Im April 2004 entstand aus dem Arbeitskreis "Familienbildung" in Ludwigsfelde das erste lokale Bündnis für Familie in Brandenburg.  Ziel war es, unterschiedliche Kompetenzen und Ressourcen für die gemeinsame Aufgabe, Ludwigsfelde noch familienfreundlicher zu gestalten, zu bündeln. Die Rahmenbedingungen für ein angenehmes Familienleben sollen verbessert werden, um Ludwigsfelde und Umland für Familien attraktiver zu machen.16 Partner tragen das Bündnis, das lokale Familienfeste ausrichtet und einen "Wegweiser für Familien" herausgibt. Inzwischen gibt es in Brandenburg 26 Lokale Bündnisse für Familien", so viele wie in keinem anderen ostdeutschen Bundesland

Geselligkeit und Breitensport
Dass eine Verbindung zwischen öffentlich geförderter und ehrenamtlicher Arbeit sinnvoll sein kann, zeigt die Kooperation zwischen Kreissportbund und MAIA (Mittelmärkischer Arbeitsgemeinschaft zur Integration in Arbeit) des Landkreises Potsdam-Mittelmark. 10 Personen erhielten nach einem einwöchigem Lehrgang das Zertifikat als 'Übungsleitergrundlehrgang Breitensport'. Damit wird die ehrenamtliche Tätigkeit im Landkreis unterstützt. Zugleich sind die Teilnehmer im Umfeld der Sportvereine auch ständig in Kontakt und können sich möglichen Arbeitgebern empfehlen.
Pressemitteilung des Landkreises vom 17.09.2007: Sport frei für 10 Arbeitslose

Akademie 50 plus
Die Akademie 50 plus ist ein Projekt für ältere Arbeitslose, die wieder in Beschäftigung wollen. Die Akademie 50 plus bietet individuelle Beratung an, entwickelt ein Programm modularer beruflicher Qualifizierungs- und Trainingsangebote und  bereitet Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Beschäftigungsverhältnisse vor und unterstützt Bewerbung und Vermittlung. Akademie 50plus wird u. a. von dem anerkannten Bildungsträger Akademie 2. Lebenshälfte umgesetzt.

Aktionsprogramm "Mehrgenerationenhäuser"
Das Aktionsprogramm des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Miteinander und den Austausch der Generationen und schafft ein nachbarschaftliches Netzwerk familiennaher Dienstleistungen.
Durch Patenschaften, Leuchtturmhäuser und regionale Verbünde soll bürgerschaftliches Engagement auf innovative Art und Weise gefördert, der Ausbau von Dienstleistungen und das Miteinander der Generationen gestärkt werden. 28 Mehrgenerationenhäuser gibt es bereits in Brandenburg.

Beispiele in Deutschland

Freiwilliges Engagement
Auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finden Sie Informationen zu Programmen und Aktivitäten des Ministeriums zur Unterstützung von freiwilligem Engagement.

Initiative ZivilEngagement "Miteinander - Füreinander"
Die Initiative ZivilEngagement "Miteinander - Füreinander" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat das Ziel, die gesellschaftlichen Kräfte rund um das Thema Ehrenamt in einer Hand zu bündeln und zivilgesellschaftliches Engagement anzuerkennen, weiterzuentwickeln und zu stärken.

Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
In dem Netzwerk haben sich Verbände und Freiwilligenorganisationen aus allen Bundesländern zusammengeschlossen. Das übergeordnete Ziel ist die nachhaltige Förderung von Bürgergesellschaft und bürgerschaftlichem Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen.

Das Patenschaftsprogramm Big Friends for Youngsters (Biffy)
Das deutsche Patenschaftsprogramm Big Friends for Youngsters (Biffy) vermittelt Wahlverwandtschaften in Form von "Patenschaften" zwischen engagierten Erwachsenen und Kindern bzw. Jugendlichen. Heranwachsende sollen durch die Patenschaft Austausch, Förderung und Rückhalt finden, indem Ältere sie mit ihrem Engagement und Erfahrungsschatz begleiten.

Forschungsprojekt "Infobörse Teilhabe und soziale Integration"
Das im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durchgeführte Forschungsprojekt "Infobörse Teilhabe und soziale Integration" (01.07.2005–31.01.2007) zeigt beispielhafte Initiativen und Aktivitäten im Bereich der Teilhabe und sozialen Integration, unter anderem auch aus Brandenburg. Diese werden im Rahmen einer Datenbank bereitgestellt. Darüber hinaus beinhaltet das Projekt eine Auswertung zur Armuts- und Reichtumsberichterstattung in Deutschland auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene.
Download: Infobörse Teilhabe und soziale Integration - Abschluss- und Ergebnisbericht

LOS - Lokales Kapital für soziale Zwecke
LOS - Lokales Kapital für soziale Zwecke - Menschen beteiligen. Strukturen vernetzen. Mikroprojekte fördern. Mit dem Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das fortgesetzt wird, sollen soziale und beschäftigungswirksame Potenziale vor Ort aktiviert werden, die durch zentrale Programme wie die Regelförderung des Europäischen Sozialfonds nicht erreicht werden. Mit Mikroprojekten von bis zu 10.000 EUR werden lokale Initiativen angeregt und unterstützt. Die Umsetzung erfolgt dezentral durch die Lokalen Koordinierungsstellen der Gebietskörperschaften, die durch einen Konzeptwettbewerb ausgewählt werden. Für die in 276 Fördergebieten gestartete fünfte Förderperiode stehen insgesamt 24 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung.
Übersicht über die geförderten Brandenburger Projekte:

Erfahrungswissen für Initiativen (EFI)
EFI ist ein Modellprogramm des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, bei dem in 35 Kommunen von 2002 bis 2006 mit Unterstützung der Seniorenbüros, Freiwilligenagenturen und Selbsthilfekontaktstellen neue Verantwortungsrollen für Ältere unter der Bezeichnung "seniorTrainerin" erprobten. Im Rahmen dieses Projektes werden ältere Menschen als Multiplikatoren bürgerlichen Engagements für die Zusammenarbeit mit jungen Menschen ausgebildet.
Aktuelle Projekte, die aus EFI hervor gegangen sind

Programm "Aktiv im Alter"
Mit dem Modellprogramm "Alter schafft Neues - Aktiv im Alter" des BMFSFJ soll das Leitbild des Aktiven Alters in den Kommunen verankert werden und eine "soziale Bewegung" für eine aktive Rolle älterer Menschen in der Gesellschaft in Gang gesetzt werden. Das Modellprogramm läuft von 2007 bis 2010.

"Beschäftigung, Bildung und Teilhabe vor Ort"
Das gemeinsam vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Bundesministerium für Arbeit neu aufgelegte Programm verbindet das Programm "XENOS – Leben und Arbeiten in Vielfalt in der sozialen Stadt" mit dem Programm "Soziale Stadt". Es fügt arbeitsmarktbezogene Maßnahmen, zivilgesellschaftliche Strukturen und bürgerschaftliches Engagement in Städten und Gemeinden zusammen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf lokaler und auch ethnischer Ökonomie und der Integration von Langzeitarbeitslosen und/oder Jugendlichen - insbesondere auch mit Migrationshintergrund in eine Ausbildung und in den Arbeitsmarkt.
Projektbeispiele

Downloads
Beispiele in Europa

"Jugend in Aktion"
Förderprogramm der Europäischen Union für Jugendgruppen, gemeinnützige Vereine und Einrichtungen der Jugendarbeit.

Bürgerinnen und Bürger für Europa
Förderprogramm der Europäischen Union, unter anderem für Projekte von Bürgern und Bürgerinitiativen.
sowie die dazugehörige Seite der Kommission: "Europe for Citizens" programme 2007-2013

Europäisches Netzwerk von Patenschaftsorganisationen für Kinder und Jugendliche (ENCYMO)
ENCYMO (European Network of Children and Youth Mentoring Organisations) ist ein Netzwerk von etwa 100 Partnerorganisationen und -projekten aus 19 europäischen Ländern.
Ziel ist es, mit Familienpatenschaften, schulorientierten Patenschaften, Jobpatenschaften jungen Menschen einen erfahrenen Paten an die Seite zu stellen, der sie in den verschiedensten Bereichen unterstützt. Auf der Website finden Sie Informationen über das Netzwerk und seine Arbeit.

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