Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit
Förderung des sozialen Zusammenhalts beinhaltet ganz wesentlich die Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen und Männern. Die hier bestehenden Defizite sind gekennzeichnet durch nach wie vor niedrigere Erwerbseinkommen der Frauen; durch die sichtbare Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen; durch eine starke Ungleichverteilung von Berufs- und Familienaufgaben einschließlich der Betreuung und Pflege hilfsbedürftiger Angehöriger. In all diesen Bereichen sind Frauen stärker belastet und stärker gefordert als Männer.
Bei den Maßnahmen, die im Land Brandenburg in der ESF-Förderperiode 2007-2013 gefördert werden, hat die Verbesserung der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern, einschließlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, eine hohe Priorität. Von zentraler Bedeutung ist dabei die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben. Mütter, die dies wünschen, sollen arbeiten können und ihre Kinder gut und sicher betreut wissen. Derzeit ist es so, dass die Beschäftigungsquote der Männer nach der Geburt des ersten Kindes steigt, während sie bei Frauen sinkt. Die Gründung einer Familie, die Entscheidung für Kinder bedeutet für Frauen häufig noch immer Berufsverzicht über Jahre und bringt weitere Benachteiligungen, die sich durch ihr ganzes Leben bis hin zur Altersabsicherung auswirken.
Damit sich das berufliche Engagement mit den Familienpflichten besser vereinbaren lässt, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen - insbesondere ein gutes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen und familiengerechter Arbeitsbedingungen. Bei der Kinderbetreuung steht Brandenburg bundesweit sehr gut da: Das Angebot deckt qualitativ wie quantitativ weitgehend den Bedarf. Verbesserungsbedarf sehe ich bei familiengerechten Arbeitsbedingungen in den Unternehmen, weshalb viele von uns unterstützte Maßnahmen auf betrieblicher Ebene ansetzen. So fördern wir derzeit Brandenburger Unternehmen bei der Verankerung familienbewusster Personalpolitik mit dem audit berufundfamilie® der gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
Doch es geht nicht nur um die Herstellung der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern. Denn zu sozialem Zusammenhalt gehört auch, allen Menschen gleiche Zugangschancen zu Bildung, Ausbildung, zum Arbeitsmarkt, zur kulturellen und sozialen Teilhabe zu ermöglichen. Dies verlangt, entschlossen und konsequent Diskriminierungen von Menschen abzubauen und zu verhindern, die z. B. aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrer Behinderung oder ihrer sexuellen Identität benachteiligt werden. Gemeinsam muss es uns gelingen, in den Unternehmen, in der öffentlichen Verwaltung, im alltäglichen Umgang die Vielfalt und die Kultur einer gegenseitigen Akzeptanz, des vorurteilsfreien Umgangs und des Miteinanders zu verwirklichen. Denn damit stärken wir den sozialen Zusammenhalt, schaffen ein Bollwerk gegen Ausgrenzung und rechtsgerichtete Tendenzen und leisten einen entscheidenden Beitrag für die sichere Zukunft Brandenburgs.



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